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3. Thüringer Lehrertag Erfurt, den 11.03.05
„Halbtagsjobber? Psychische Gesundheit im Lehrerberuf – Analyse eines veränderungsbedürftigen Zustandes“
„Die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer wird in einem Bermuda-Dreieck aus Reformdruck, Sparwut und Unterrichtsalltag versenkt. Der 3. Thüringer Lehrertag setzt ein Zeichen gegen Überlastung“, erklärte der tlv Landesvorsitzende, Rolf Busch, heute in Erfurt.
„Es besteht ein krasser Widerspruch zwischen den Absichtserklärungen Thüringens, die Schulqualität verbessern zu wollen und der realen Verschlechterung der Lehr- und Lernbedingungen an den Thüringer Schulen“, so der tlv Landesvorsitzende. Er warnte davor, gegenüber Eltern mit gezinkten Karten zu spielen. Auch in Thüringen wird der Schülerrückgang ungeniert als Sparpotenzial missbraucht. Und weiter stellte Busch klar: „Wenn der Freistaat in Zukunft von einer Detailsteuerung der Bildungseinrichtungen abgeht, um Schulen mehr Freiraum zu geben und damit nicht mehr den Input, sondern nur noch den Output kontrolliert, werden Lehrerinnen und Lehrer immer stärker in das Spannungsfeld zwischen Idealismus und Belastung geraten.“ Die weitere Zunahme der Aufgabenlast dürfte nicht zum Instrument derjenigen werden, so Busch, die ausloten wollen, wann Idealismus in Burnout umschlägt. Immer deutlicher zeigt sich ein Generalangriff auf die Profession der Lehrerinnen und Lehrer.“
Der tlv forderte auf dem 3. Thüringer Lehrertag eine Abkehr von diesem Kurs. Landesvorsitzender Busch kündigte an, dass der tlv in Thüringen in die Offensive gehen und den Schutz der Lehrergesundheit einfordern werde.
Grundlage des Handlungskonzepts sind die Ergebnisse der vom tlv und seinem Bundesdachverband VBE wesentlich initiierten Potsdamer Lehrerbelastungsstudie. Der tlv verlangt überzeugende Präventionsstrategien, d.h. wirksame Unterstützungssysteme für Schulen:
1. eine systematische, prozessorientierte Schulentwicklungsberatung, 2. ein sozialpädagogisches, schulpsychologisches und arbeitsmedizinisches Unterstützungssystem, 3. eine Lehrerbildung, die nicht mehr Lehrer als Einzelkämpfer ausbildet, 4. ein Fortbildungskonzept, welches Lernen im Beruf sinnvoll ermöglicht.
Außerdem fordert der tlv langfristig angelegte Personalentwicklungspläne für die Schulen, um wenigstens künftig das Auf und Ab der Versorgung mit Lehrkräften zu vermeiden und Lehramtsstudenten eine berufliche Perspektive in der Schule zu sichern.
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