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Kompetenznetzwerk Schule


26/04 2006:
tlv in der Presse

 

Thüringische Landeszeitung

Runder Tisch an jeder Schule - Lehrerverband: Bessere Vernetzung

Lehrerverband: Zu wenig Psychologen

 


21/04 2006:
Gentzel: Prävention ist das A und O

Landesregierung soll zum Thema Gewalt an Thüringer Schulen umfassend Auskunft geben

 

Eine Stellungnahme der Landesregierung zum Thema Gewalt an Thüringer Schulen fordert Heiko Gentzel. In seiner umfangreichen parlamentarischen Anfrage verweist der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Zusammenhang mit den Ereignissen an der Rütli-Hauptschule in Berlin darauf, dass am Schulleben Beteiligte behaupten, Gewalt gehöre inzwischen zum Alltag von Schülern und Lehrern.

Der Lehrerverband hatte zudem festgestellt, dass es in Thüringen tendenziell ähnliche Vorfälle gebe wie an den Berliner Schulen. "Gewaltprävention ist das A und O. Sie setzt ein Problembewusstsein voraus, das auf genaueren Erkenntnissen basieren muss", so Gentzel.

Er will von der Landesregierung wissen, welche Formen von Gewalt an Thüringer Schulen auftreten und verbreitet diese sind. Außerdem:

 

Welche Altersgruppen sind besonders betroffen und in welchem Umfang wird in den verschiedenen Gruppen Gewalt ausgeübt?

Wie viele Schüler sind polizeilich registriert und an wie vielen Delikten waren sie beteiligt?

Ist Gewalt an bestimmten Schultypen besonders verbreitet und wie stark sind die Unterschiede?

 

Die Landesregierung soll erläutern, wie sie die Entwicklung der Gewaltbelastung an Thüringer Schulen insgesamt bewertet und welche Untersuchungen dazu vorliegen. Zudem soll die Regierung ihre Sicht zu den Ursachen für Gewalt an Thüringer Schulen darlegen.

Für Gentzel ist außerdem wichtig:

 

Gehören Extremismus und Fremdenfeindlichkeit zu den Ursachen von Gewalt an Thüringer Schulen und welche Rolle spielt dabei die Artikulierung politisch extremer Ansichten?

Welche Präventionsangebote die Thüringer Polizei anbietet und wie die Forderung des Thüringer Lehrerverbandes nach einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei und nach mehr Präventionsangeboten bewertet wird, sollen ebenfalls geklärt werden.

 

Marion Wolf

Pressesprecherin


21/04 2006:
Baustelle Schule? Mit Zucht und Ordnung zum Erfolg?

 

Lehrer, die Polizeischutz beantragen, Kinder, die vor Mitschülern Todesangst haben, Schülerhandys mit Gewalt- und Pornovideos?

 

Schreckensnachrichten aus deutschen Großstadtschulen. Doch jetzt schockiert auch Thüringer Eltern die Meldung von einer versuchten Vergewaltigung in einer Geraer Schule.

 

Was ist los an unseren Schulen? Sind die Lehrer desinteressiert oder hilflos?

 

Eine Umfrage des Thüringer Lehrerverbandes unter 5.000 Kollegen ergab,dass die Pädagogen zunehmend unter Stresssymptomen leiden und sich ausgebrannt fühlen. Sie klagen über Überstunden und fachfremder Einsetzung aber auch über  undisziplinierte Schüler und über Eltern, die ihrem Erziehungsauftrag schon lange nicht mehr nachkommen.

 

Wer ist schuld an mangelnder Disziplin der Schüler?

Wie reagieren verantwortliche Politiker und Schulleiter?

Was kann die Schuljugendarbeit leisten?

 

Diese und andere Fragen diskutieren der Thüringer Kultusminister Professor Jens Goebel, der Schulleiter der Weimarer Herderschule, Peter Boide, der Kreiselternsprecher für die Gymnasien in Erfurt, Bernd Sprechert, und der Schüler Robert Zedlitz vom Goethegymnasium in Ilmenau.

 

Sendetermin: Erfurter Gespräch am 24.04.06 um 22:05 Uhr im mdr


06/04 2006:
Lehrerverband fordert mehr Schulpsychologen

Gewalt schwelt auch an Thüringer Schulen

 

Erfurt (OTZ/tz). Der Thüringer Lehrerverband untermauert seine Forderung nach mehr Schulpsychologen. Tendenziell gebe es in Thüringen ähnliche Vorfälle wie an den Berliner Schulen.

"Gewalt an Schulen tritt in Thüringen zunehmend in sozialen Ballungsgebieten, vor allem in den Städten, auf", sagte Susanne Beutel, stellvertretende Landesvorsitzende des Lehrerverbandes. Der Verband hoffe auf mehr Präventionsangebote durch die Polizei und den verstärkten Einsatz von Sozialarbeitern und Schulpsychologen. Bislang habe jeder Schulamtsbezirk nur einen Psychologen. Die Verträge der zwölf nach dem Gutenberg-Massaker eingestellten Psychologen seien alle wieder ausgelaufen.

Das Kultusministerium sieht indes keinen Mehrbedarf. "Zusammen mit den Vertrauenslehrern, die es an allen Schulen gibt, bewältigen die 16 Psychologen alle Fälle", sagte Sprecher Detlef Baer. Im Vorjahr habe es 150 besondere Vorkommnisse an Thüringer Schulen gegeben, darunter 24 Fälle von Körperverletzung. 2004 waren es 40 Fälle von Körperverletzung, 2003 52. Jedoch liege es im Ermessen der Direktoren, welche Fälle gemeldet werden. Die Daten seien daher nicht repräsentativ.

 

06.04.06

 


Thüringer Allgemeine vom 31.03.06

 

Hohe Dunkelziffer

 

Der Thüringer Lehrerverband hat in der Debatte um Gewalt an Schulen mehr Kooperation zwischen Behörden, Schulen und Eltern eingefordert. Lehrer und Direktoren würden bei der Konfliktlösung allein gelassen, so ein Sprecher.

 

ERFURT (TA). Die Verantwortung für gewalttätige Schüler würde ausschließlich den Schulen aufgebürdet, kritisierte Rolf Busch vom Thüringer Lehrerverband (TLV). So sei eine Kooperation mit der Polizei am Widerstand des Innenministers gescheitert, weil dieser "keinen Handlungsbedarf sieht", sagte Busch.

 

Nach Angaben des Thüringer Kultusministeriums meldeten die Schulen im Freistaat im letzten Jahr 150 "besondere Vorkommnisse" mit Schülern. Bei einem Sechstel davon ging es um Körperverletzung, der Rest waren Beleidigungen, Sachbeschädigungen und Sonstiges. Dies sei jedoch "nur die Spitze des Eisbergs", glaubt TLV-Landeschef Busch. Direktoren würden viele Vorfälle gar nicht melden, um den Ruf der Schule nicht zu beschädigen.

 

Richard Schafer von der Bildungsgewerkschaft GEW forderte, Lehrer besser im Umgang mit Konfliktsituationen auszubilden. Lehrer fühlten sich seinen Angaben nach zunehmend überfordert. Solche Probleme mit Schülergewalt wie derzeit an der Berliner Rütli-Schule gibt es in Thüringen laut Kultusministerium jedoch nicht. Dafür fehle es an vergleichbar starken sozialen Brennpunkten.

 

 


Kommentar in der "Thüringen Allgemeine" vom 31.03.06

 

Alarmsignal

 

Gewalt in der Schule? Eigentlich ist das Ganze ein Berliner Problem. Zumindest wenn man die strengen Maßstäbe des reformierten Föderalismus anlegt, soll Bildung reine Ländersache sein.

 

Doch die Rütli-Schule liegt nicht nur in Berlin, sondern in Deutschland. So war es auch im Fall des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums. Obwohl die Dimensionen keineswegs zu vergleichen sind.

 

Szenen brutaler Gewalt auf Handys. Das Drangsalieren von Mitschülern. Die massive Bedrohung von Lehrern. Das alles ist kein Einzelfall. Schwache schulische Leistungen, geringes Selbstwertgefühl, Perspektivlosigkeit und Cli-quen-Denken führen nicht selten zu Auswüchsen, wie sie jetzt in Berlin beklagt werden. Einzelne verschaffen sich durch ihr rabiates Verhalten bei ihren Mitschülern jene Anerkennung, die ihnen bei Lehrern und Eltern versagt bleibt.

 

Der Hilferuf der Pädagogen der Rütli-Schule ist vor allem ein Alarmsignal an die Politik.

 

Daraufhin das Gebäude unter Polizeischutz zu stellen, mag fürs Erste eine gewisse Wirkung zeigen. Mehr aber auch nicht. Bildung und Erziehung brauchen einen höheren Stellenwert, bereits im Kindergartenalter. Es macht wenig Sinn, darüber nur schöne Reden zu halten. Vor allem muss mehr dafür getan werden, so genannte Problemschüler zu integrieren.

 

Auch in Thüringen. Es ist ein Trugschluss zu glauben, nur weil der Ausländeranteil gering sei, habe man mit kleineren Problemen zu tun. Jederzeit kann auch hier das Ganze aus dem Ruder laufen, falls nicht rechtzeitig gehandelt wird.

 

Von Manfred MAAHS

 


Gemeinsame Presseerklärung von von tlv und DPolG vom 15.02.05

 

„Gewalt darf keine Schule machen!“

 

+++gemeinsame Erklärung der Bundesverbände VBE und DPolG vorgelegt +++ Informationen dürfen keine Einbahnstraßen sein +++ Ansprechpartner in jeder PI gefordert +++ Landesregierung soll Regelung nach dem Vorbild Niedersachsens schaffen +++

 

Der tlv thüringer lehrerverband und die Deutsche Polizeigewerkschaft Landesverband Thüringen (DPolG) rufen zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schule und Polizei auf. Die Landesvorsitzenden der beidenGewerkschaften stellten hierzu heute in Erfurt die gemeinsame Erklärung ihrer Bundesverbände VBE und DPolG „Gewalt darf keine Schule machen!“ vor.

 

„Schule und Polizei dürfen nicht immer nur für Gewalt verantwortlich gemacht werden, sondern sie müssen beim Wahrnehmen ihrer hohen Verantwortung breite gesellschaftliche Unterstützung erfahren und gemeinsam vorgehen dürfen“, erklärte der tlv Landesvorsitzende, Rolf Busch.

 

„Dabei dürfen Informationen aus der Schule heraus nicht länger ausschließlich auf Einbahnstraßen verlaufen“, so Busch weiter.

 

„Vorbeugen ist besser als heilen, deshalb muss in jeder Polizeiinspektion ein fester Ansprechpartner für die Schulen vorhanden sein, der sich nur dieser präventiven Aufgabe widmet“, forderte hierzu der DPolG Landesvorsitzende, Jürgen Hoffmann.

 

Ein erster Schritt für ein Ende des auch in Thüringen verbreiteten Schubladendenkens kann durch eine ähnliche Regelung wie in Niedersachen gegangen werden. Dort ist die Zusammenarbeit von Schule, Polizei und Justiz derart bestimmt, dass auch die Schulen Informationen von Polizei und Justiz erhalten.

 

Die beiden Landesvorsitzenden fordern die Landesregierung zum Schaffen eines solchen Erlasses und zur Änderung eventuell entgegenstehender Vorschriften auf. Hierbei sollte ebenfalls das gemeinsame Anliegen und nicht wie häufig Ressortdifferenzen im Vordergrund stehen.

 

Mit einer solchen Regelung kann betroffenen Kindern und Jugendlichen – unabhängig davon ob Opfer oder Täter – besser geholfen werden.

 

Weitere Schritte zum vernetzten Umgang mit schwierigen Schülern können und sollten der besseren Zusammenarbeit von Schule und Polizei auch mit weiteren an der Erziehung Beteiligten folgen.

 

Erfurt, den 15.02.2005

 


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Letzte Änderung: 28.04.2006 RSS    | Seite empfehlen | Druckansicht | pdf-Ansicht | Impressum