tlv thüringer lehrerverband
Start | Newsletter | Kalender | Sitemap | Suche | Kontakt | Shop | Druckansicht | Hilfe        RSS

Kompetenznetzwerk Schule


27/03 2010:
tlv Meinung gefragt in der Presse

In den letzten Tagen wurde erneut deutlich, dass die Meinung des tlv thüringer lehrerverband zu bildungspolitischen Fragen sehr gefragt ist, wie die folgenden Presseartikel beweisen.


27/03 2010:
Thüringer Lehrer rügen kommerzielle Nachhilfe

Zunehmende Zahl von Schülern büffelt auch in den Ferien

 

Erfurt/Eisenach - So mancher Schüler in Thüringen geht mit gemischten Gefühlen in die Osterferien: Auf seinem Programm steht nicht Erholung, sondern Büffeln. Der Bedarf an kommerzieller Nachhilfe nimmt zu. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wurden im Jahr 2009 im Freistaat durchschnittlich 80 Euro pro Schüler ausgegeben. Im Jahr 2007 nahmen laut der Studie 11,8 Prozent der Schüler an weiterführenden Schulen und 5,1 Prozent der Grundschüler in Thüringen kommerzielle Nachhilfe in Anspruch.

 

"Statt eines geplanten Kurses biete ich in den Ferien wegen der starken Nachfrage jetzt vier Kurse an", sagt Angela Schüttpelz von der Schülerhilfe, die in Eisenach, Bad Salzungen, Gerstungen und im hessischen Bebra Nachhilfeschulen betreibt. Auch der Thüringer Lehrerverband beobachtet ein wachsendes Interesse an kommerzieller Nachhilfe und sieht diese Entwicklung kritisch. Verbandschef Rolf Busch moniert, dass die Schüler sich in den Ferien nicht von der Schule erholen könnten: "Die Schüler sollen Kinder und Jugendliche sein dürfen - da gehören auch ausreichend Pausen dazu."

 

Die Kurse richten sich indes längst nicht mehr vorwiegend an leistungsschwache Schüler. "Die meisten Teilnehmer haben Noten zwischen einer Zwei und einer guten Vier. Das zeigt, dass es einen unglaublichen Leistungsdruck gibt - und das ist ein großes gesellschaftliches Problem", sagt Schüttpelz.

 

Für den Lehrerverband ist Nachhilfe ein "Armutszeugnis für den Staat". Die Schüler müssten ausreichend und individuell in den Schulen gefördert werden, auch weil sich nicht alle Eltern kommerzielle Nachhilfe leisten könnten. "Immer mehr Eltern sind bereit, für bessere Bildung Geld zu bezahlen. Das sorgt aber für eine soziale Schieflage", sagt Busch. "Der Nachhilfemarkt könnte durch guten Unterricht und sinnvolle Förderung überflüssig gemacht werden"

 

Die Sprecherin des Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen, Andrea Heiliger, sieht zwar auch den gesellschaftlichen Druck gegeben. Trotzdem sei die Nachhilfe "eine gute Sache, weil sonst gerade in den Ferien viel Wissen verloren ginge". Nach ihren Erfahrungen nehmen zunehmend auch Familien mit nicht so hohem Einkommen Nachhilfe in Anspruch.

 

Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) will Nachhilfe durch ganztägige Schulangebote und individuelle Förderung verzichtbar machen. "Wir müssen die Schule so gut machen, dass private Nachhilfe die Ausnahme wird", sagt der Minister und verweist auf die geplante Einführung der Gemeinschaftsschule. ddp

 


27/03 2010:
Lehrerverband: Ferien sind nicht zum Lernen da

 

Der Thüringer Lehrerverband kritisiert, dass Schüler vermehrt Nachhilfeunterricht in den Ferien in Anspruch nehmen. «Ferien sind für die Erholung von der Schulzeit da. Die Schüler sollen Kinder und Jugendliche sein dürfen – da gehören auch ausreichend Pausen dazu», sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch in Erfurt der Nachrichtenagentur ddp. Der Verband beobachtet nach eigenen Angaben ein immer stärkeres Interesse an kommerzieller Nachhilfe in den Ferien.

 

Den Schülern werde durch die zunehmende Lernbelastung ein Teil ihrer Kindheit geraubt. «Die Situation kann sich nur durch Reformen und Investitionen verbessern, mit mehr Lehrern, Schulpsychologen und Sozialarbeitern», sagte Busch. «Dass es Nachhilfe in den Ferien und während der Schulzeit gibt, ist ein Armutszeugnis für den Staat», sagte der Vorsitzende des Verbands, der rund 3500 Thüringer Lehrer vertritt.

 

Viele Eltern hätten inzwischen akzeptiert, für bessere Bildung Geld an private Dienstleister zu bezahlen. «Das sorgt aber für eine soziale Schieflage», sagte Busch. Nicht jede Familie könne sich kostenpflichtigen Privatunterricht leisten. «Weil der Zugang zum Arbeitsmarkt schwieriger wird, verschärft sich die Situation noch», fügte Busch hinzu. Dass der Staat teilweise finanziell schwachen Familien Nachhilfestunden bezahle, sei absurd und verbessere die Situation nicht.

 

In den am Montag beginnenden Osterferien werde Nachhilfe vor allem als Vorbereitung auf Prüfungen genutzt und um die Anforderungen von weiterführenden Schulen zu erfüllen. «Nachhilfe darf es aber nur dann geben, wenn jemand durch eine lange Krankheit Nachholbedarf hat», sagte Busch. Ansonsten müssten die Schulen über genug Ressourcen und Personal für eine individuelle und ausreichende Förderung verfügen.

 

na/ddp


27/03 2010:
Mehr gemeinsamer Unterricht für Behinderte und Nichtbehinderte

In Thüringen sollen behinderte und nichtbehinderte Kinder öfter gemeinsam unterrichtet werden.

 

Erfurt. Die aktuelle Quote von Schülern an Förderschulen solle bis Ende 2014 von sieben auf vier Prozent gesenkt werden, bestätigte heute ein Sprecher des Bildungsministeriums in Erfurt einen entsprechenden Bericht des MDR "Thüringen Journals".

 

Der Thüringer Lehrerverband warnte vor vorschnellen Entscheidungen. Verbandschef Rolf Busch sagte dem MDR, dass behinderte Kinder nicht einfach aus Förderschulklassen geholt werden dürften. Das gemeinsame Lernen sei zwar durchaus sinnvoll. Es seien aber Übergangsfristen nötig, da es vielen Schulen an Sonderpädagogen und behindertengerechten Räumen fehle.

 

Von den rund 244.000 Thüringer Schülern haben laut MDR etwa 16.300 einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Davon besuchen derzeit rund 2.800 Grundschulen, Regelschulen, Gymnasien und Gesamtschulen, weitere 2.900 lernten an berufsbildenden Schulen.

 

26.03.10 / tag; ddp


27/03 2010:
Thüringen will integrativen Unterricht ausbauen

 

Thüringen will behinderte und nichtbehinderte Kinder verstärkt gemeinsam unterrichten. Zu diesem Zweck soll die Gesamtzahl der Schüler an Förderschulen verringert werden. Auf diese Weise soll der Druck auf allgemeine Schulen erhöht werden, integrativen Unterricht anzubieten und mehr behinderte Schüler aufzunehmen.

Bildungsstaatsekretär Klaus Merten sagte dem MDR THÜRINGEN JOURNAL, die aktuelle Quote bei Förderschülern solle bis Ende 2014 von sieben auf vier Prozent gesenkt werden. Von den rund 244.000 Thüringer Schülern haben rund 16.300 einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Davon lernen etwa 2.800 Schüler an Grundschulen, Regelschulen, Gymnasien und Gesamtschulen und 2.900 in berufsbildenden Schulen.

 

Notwendig ist "positive Einstellung"

Nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums wird ein Unterricht angestrebt, den der Hauptlehrer und ein Sonderpädagoge zusammen planen und durchführen, so eine Sprecherin des Bildungsministeriums. Notwendig für den integrativen Unterricht sei die positive Einstellung der Lehrer und verstärkte Weiterbildung. Lehrern werde Weiterbildung an Universitäten und in Förderzentren angeboten. Ziel sei es zudem, die bisherigen Förderzentren verstärkt als Beratungszentren zu nutzen.

 

Lehrerverband fordert angemessene Bedingungen

Der Thüringer Lehrerverband warnt dagegen vor Aktionismus. Verbandschef Rolf Busch sagte dem MDR, gemeinsamer Unterricht sei ein Gewinn. Die Bedingungen müssten aber entsprechend sein, damit kein Kind darunter leide. Die Kinder könnten nicht einfach aus den Förderschulklassen herausgeholt werden zum durchaus sinnvollen gemeinsamen Lernen mit Nichtbehinderten, sagte Busch. Dafür seien Übergangsfristen nötig, weil an den Schulen die Sonderpädagogen fehlten.


Ein Spezialist für die jeweilige Behinderung müsse ständig vor Ort sein und nicht nur stundenweise, fordert Busch. Es fehlten oft die materiellen Bedingungen, wie schallgedämmte und barrierefreie Räume, Fahrstühle oder Lernmaterialien für Sehbehinderte.

 

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2010, 17:30 Uhr

 

Presseartikel

 


Seitenanfang



Letzte Änderung: 27.03.2010 RSS    | Seite empfehlen | Druckansicht | pdf-Ansicht | Impressum