04/07 2007:
Sport jenseits des Lehrplans

Von Franziska NÖSSIG

"Schuljugend fit und gesund" nennt sich ein Projekt der Rothenbachschule Sömmerda. Zusätzlich zu Aktionstagen, an denen etwa Bowling und Segeln ausprobiert werden können, gibt es für die Schüler jetzt auch ein Fitnessstudio.

 

SÖMMERDA. In dem etwa 30 Quadratmeter großen Trainingsraum stehen sie alle: ein Stepper, eine Hantelbank, eine Butterfly-Station für die Brustpartie, ein ganzer Geräteturm, an dem gleichzeitig vier Personen ihre Muskeln spielen lassen können - und, und, und. Für Kraft- und Ausdauertraining in der Schule ein beachtliches Sortiment.

 

Seit etwa drei Monaten können nun die Jugendlichen der Rothenbachschule dieses kostenlose Freizeitangebot nutzen. Dafür wurden im Abstell- und Geräteraum in der Turnhalle der Lindenschule die Matten und Barren zusammengerückt, um Platz zu schaffen. Entstanden ist ein Fitnessraum, der an zwei Nachmittagen in der Woche, montags und mittwochs, für die Schüler geöffnet ist.

 

Unter der Aufsicht ihres Sportlehrers Jürgen Seiffert trainieren die Schüler hier für eineinhalb Stunden pro Tag ihre Kondition und Muskelkraft. "Vielleicht können wir bald sogar Schülertrainer ausbilden, die dann ihre Klassenkameraden im Training unterstützen", strebt Jürgen Seiffert als Ziel seiner Arbeit an. Er will seinen Schülern damit außerdem eine neue Perspektive eröffnen und sie dazu anregen, bei der Berufswahl auch in Richtung Sport zu denken.

 

Die Idee zu "Schuljugend fit und gesund" entstand als Reaktion auf den Thüringer Lehrertag im April. Damals wurde die "Generation XXL - Problemzone Kind" groß diskutiert. Doch anstatt in Verwunderung zu erstarren angesichts der zunehmenden Zahl an übergewichtigen Kindern, wurde Jürgen Seiffert aktiv und entwickelte mit seiner Kollegin Anja Mendler, die Musik unterrichtet, das Sportprojekt für die Rothenbach-Schüler. Unterstützung bekamen sie von Sponsoren, von der Johann-Maria-Herr-Stiftung und vom Jugendamt.

 

Während der Kraftraum einen Teil des Schulprojekts abdeckt, bildet das Sportcamp einen zweiten Bereich. In diesem Rahmen werden beispielsweise Trainingszeiten für Aerobic, Tanzen oder Einradfahren angeboten - was verstärkt den Zuspruch weiblicher Teilnehmer erfährt. Außerdem können die Schüler an mehreren Erlebnistagen teilnehmen. Da werden dann Sportarten ausprobiert, die normalerweise nicht im Lehrplan für den Sportunterricht stehen. Klettern und Bowling etwa. Oder GoKart-Fahren wie am vergangenen Mittwoch in Leubingen. Am 9. Juli ist eine Segeltörn geplant.

 

Im Moment ist das vielfältige Sportangebot noch ausschließlich für die Rothenbach-Schüler ausgelegt. Im Sinne einer integrativen Sportfreizeit sollen aber in Zukunft auch Jugendliche anderer Schulen an dem Projekt teilnehmen können.

 


11/06 2007:
Dick und doof?? Was Essen aus unseren Kindern macht

mdr Fernsehen

FAKT ist ...!

Sendetermin: 11.06.07, 22.05 Uhr

 

"Drei Viertel aller Kinder kommen ohne Frühstück in die Schule und kaufen sich dann in der Pause erstmal einen Schokoriegel am Kiosk", sagt Susanne Beutel, Vizechefin des Thüringer Lehrerverbandes. Burger, Döner, Pizza und Co sind überall schnell zu haben - auch für Eltern, die den Zeitaufwand fürs Kochen scheuen. Über die Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Kinder machen sie sich keine Gedanken.

 

Aktuelle Zahlen des Robert Koch Instituts belegen, dass es in Deutschland immer mehr zu dicke Kinder gibt. 15 Prozent sind übergewichtig, sechs Prozent leiden an Fettleibigkeit. Die Folgen für die Kinder: Bewegungsunfähigkeit, Stoffwechselerkrankungen und Leistungsdefizite.

 

Wer trägt die Verantwortung, Nahrungsmittelhersteller oder Eltern?

Gehört Ernährungskunde in den Lehrplan an den Schulen?

Ist gesundes Essen nur für Reiche bezahlbar?

 

Gesundes Essen nur für Reiche bezahlbar? Darüber diskutieren in "FAKT ist ...!" aus Erfurt Moderator Dr. Andreas Mentzel und Bürgerreporterin Ines Klein mit den Gästen:

 

Susanne Beutel

Susanne Beutel ist seit Ende der 70er-Jahre Lehrerin. Sie weiß, wie Kinder sich ernähren. Sie kennt die DDR-Schulspeisung und sie kennt die heutigen Kantinen oder Kioske. Inzwischen ist Susanne Beutel stellvertretende Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes.

 

sowie

 

Sten Fischer

Dr. Marianne Koch

Beate Weber-Kehr

Katja Praefke

 

Weitere Informationen unter: www.mdr.de/fakt-ist/4572558.html

Sendemitschnitt unter: www.mdr.de/fakt-ist/4569194.html

 

 


27/04 2007:
Übergewichtig: Wenn Kinder zur Problemzone werden

VON REDAKTIONSMITGLIED KARIN DÜCHS


Aus der Doppelflügeltür springen die Kinder mit Fähnchen für das Nationen-Schulprojekt zur Rodel-WM 2008. Dynamisch, aufgeregt, ein bisschen stolz und begeistert. Ein dickes Kind ist nicht zu sehen. Wenige Türen weiter diskutieren Lehrer über eine wachsende Problemzone: Kinder in XXL.

 
OBERHOF – „Die Schere der Kinder, die sportlich aktiv sind, und derer, denen Sport an ihrem dicken Hintern vorbeigeht, geht immer weiter auseinander“, berichtet Thomas Ketzer. Vor allem letztere nehmen immer weiter zu, und werden tatsächlich zum Problem. Rund 15 Prozent der Thüringer Kinder sind bereits übergewichtig, fünf Prozent fettleibig, bevor sie in die Schule kommen. Am Ende der Grundschule sind es dann schon mehr als 13 Prozent.


Ein Umstand, vor dem der Thüringer Lehrerverband (tlv) nicht mehr die Augen verschließen wollte. „Es gibt auch bei den Lehrern immer wieder Stimmen, die sagen: ,Was sollen wir denn noch alles leisten?‘ Es sagt ja auch keiner, wann sie das machen sollen“, umreißt Rolf Busch als tlv-Landesvorsitzender die Problematik, derer sich der 4. Thüringer Lehrertag gestern in Oberhof annahm.


Handicap fürs Leben


Vor allem für die Sportlehrer ist es ein Thema, dem sie nicht entkommen können. „Es geht ja nicht nur um die dicken Kinder, sondern auch um jene, die motorische Schwächen habe. Beides liegt an Bewegungsmangel“, fasst es Katrin Wenzel zusammen. Die Sportlehrerin ist auch Fachbereichsleiterin des Schulamts Schmalkalden. Die Sportlehrer warnen eindringlich: „Das Problem setzt sich fort, vom Kindergarten bis zur Berufswahl. Etwa ein Drittel fallen bei einschlägigen Einstellungstests durch, weil die motorischen Fähigkeiten fehlen.“ Betriebe beschweren sich über schwerfällige Lehrlinge, ergänzt Kerstin Skara von der Regelschule Schmalkalden. „Note vier im Sport heißt nicht belastbar“, ergänzt Wenzel das Bild.

 
„Ein Teufelskreis“, sagt Busch. Denn wissenschaftliche Studien drücken es anders aus: „Kinder ungebildeter, armer Eltern sind dreimal so häufig dick wie Kinder reicher Eltern“, zitiert der tlv und fordert in seiner Resolution einiges: Sportunterricht darf nicht ausfallen, nicht gestrichen werden, Ärzte, Kindergärten und Schule bilden mit den Kommunen ein Präventionsnetzwerk, Gesundheitserziehung muss in der Schule ganzheitlich erfolgen.

 
Gute Ansätze, die jedoch neben der Politik noch einen anderen Verbündeten brauchen. Das weiß Busch wie die Sportlehrer. „Ohne Eltern hast’e keine Chance“, sagen Kirsten Skara und Katrin Wenzel. Dass dies ein heikles Thema ist, gibt Busch zu. „Es ist wichtig, niemanden zu stigmatisieren.“ Mit thematischen Elternabenden glaubt Busch aber doch, etwas erreichen zu können. Eine Arbeitsgruppe soll beim Lehrertag dazu möglichst Handreichungen erarbeiten, denn schließlich gilt für die Lehrer eines: Dieser Teil ihrer Arbeit kostet Energie, Zeit und Geld. Vor allem an letzterem fehlt es in den Schulen. Der Sportförderunterricht sei eine Möglichkeit, den Defizite entgegenzuwirken. Allein: Die Schulen entscheiden sich oft für andere Angebot. Grund sei in der Nach-Pisa-Zeit auch der Leistungsdruck in den Kernfächern, so Busch.

 
Kritisch bleiben

 
Er spart auch nicht mit kritischen Blicken auf Projekte aus dem Kultusministerium. Schillernde Namen, wie „Torera – Prävention Bulimie, Fress-Anfälle und Adipositas“ oder „TOPP – Teenager ohne pfundige Probleme“ kennen selbst die Sportlehrer kaum. Und hier stelle sich die Frage der Wirksamkeit, mahnt Busch. Gesponserte Kampagnen, etwa von Supermarktketten, sieht er skeptisch. Die Verführungen der Konsumgesellschaft sind schließlich maßgeblich an dem Dilemma beteiligt. „Der Fernseher im Kinderzimmer ist Gift.“

 

27.04.2007

 


26/04 2007:
Thüringer Lehrerverband lehnt Unterrichtsfach »Ernährung« ab

Oberhof (dpa/th) - Trotz immer mehr dicker Schüler lehnt der Thüringer Lehrerverband ein Unterrichtsfach »Ernährung« strikt ab. Es sei »zu kurz gesprungen«, bei jedem Problem die Einrichtung eines neuen Schulfachs zu fordern, sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch am Donnerstag am Rande des Thüringer Lehrertages in Oberhof. Es gebe weder eine Ausbildung für ein solches Fach noch Vorschläge, welcher Unterrichtsstoff dafür weggelassen werden könnte. Um dem Problem des Übergewichts vieler Kinder Herr zu werden, forderte Busch, an jeder Schule einen Lehrer zum Ernährungsexperten zu machen. Sehr wichtig sei es zudem, die Eltern mit dem Thema zu erreichen.

 

26.04.2007 dpa

 

 


25/04 2007:
Kultusstaatssekretär Eberhardt beim 4. Thüringer Lehrertag des TLV

„Hauptursachen von Übergewicht sind falsche Ernährung und mangelnde Bewegung“


Am morgigen Donnerstag wird Thüringens Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt (CDU) beim 4. Thüringer Lehrertag ein Grußwort sprechen. Der Lehrertag wird vom Thüringer Lehrerverband (TLV) ausgerichtet und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Generation XXL – Problemzone Kind“.

 
In den Industrienationen sind Übergewicht und Fettleibigkeit ein gesamtgesellschaftliches Problem. Deutschland nimmt hier eine Spitzenposition unter den EU-Ländern ein, wie eine am Sonntag veröffentlichte internationale Studie belegt. Unter den Erwachsenen sind drei Viertel der Männer und 59 Prozent der Frauen übergewichtig oder adipös. Diese Entwicklung macht auch um Kinder und Jugendliche keinen Bogen. Dabei kommt neben den Eltern der Institution Schule eine besondere Verantwortung zu. Schule hat einen Auftrag zur Gesundheitserziehung. Da gesunde Ernährung im Elternhaus heute vielfach keine Selbstverständlichkeit mehr ist, schließt die schulische Fürsorge für die Schülerinnen und Schüler auch eine verstärkte Einbindung der Eltern mit ein. Wichtigste Strategie hierbei ist die Aufklärung auch der Eltern, beispielsweise an speziellen Info-Abenden, über die Hauptursachen von Übergewicht: falsche Ernährung und mangelnde Bewegung.

 
Zeit: Donnerstag, 26. April 2007, 10 Uhr

 
Ort: Oberhof, Treff Hotel Panorama

 
Kultusstaatssekretär Eberhardt sagte im Vorfeld: „Das Thüringer Kultusministerium hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Übergewicht bei Schülern entgegenzuwirken. Bereits seit längerem läuft die Aktion ‚Gesundes Schulfrühstück in Thüringer Schulen’, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit sowie dem Thüringer Kultusministerium unterstützt wird. Zudem sind spezielle Programme ins Leben gerufen worden, die von der Universität Jena entwickelt wurden und durchgeführt werden. Seit 2005 beispielsweise gibt es das Programm ‚Torera – Primärpräventation Bulimie, Fress-Anfälle und Adipositas’. Vor allem auf die Jungen zugeschnitten ist das Programm ‚TOPP – Teenager ohne pfundige Probleme’, das in diesem Frühjahr gestartet ist.

 
Eine zentrale Rolle für die körperliche Mobilisierung der Schülerinnen und Schüler spielt der Sportunterricht. Er erreicht flächendeckend alle Kinder und Jugendliche und steht im Zentrum schulischer Bewegungs-, Spiel- und Sporterziehung. Er wird ergänzt durch außerunterrichtlichen Schulsport, der eine Brücke zum freien Sport, dem Bewegungs- und Sportleben außerhalb der Schule, schlägt.“

 

Dr. Detlef Baer

Pressesprecher

 


18/04 2007:
Kampagne gegen Übergewicht bei Schülern

 

Der Thüringer Lehrerverband will mit einer Kampagne Übergewicht bei Schülern bekämpfen. So sollten unter anderem Schulhöfe bewegungsfreundlicher gestaltet und das Schulessen verbessert werden, sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch gestern in Erfurt.


ERFURT – Allerdings könnten die Schulen das Problem nicht alleine lösen, die Eltern müssten einbezogen werden. Die Strategie der Kampagne soll auf dem Thüringer Lehrertag am 26. April in Oberhof beraten werden. Laut Kindergesundheitsbericht sind 15 Prozent der Drei- bis Siebzehnjährigen in Deutschland übergewichtig: Nach Angaben Buschs sind vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien betroffen. Durch falsche Ernährung müssten sie mit weiteren Leistungsbeschränkungen rechnen. "Das ist ein Teufelskreis, den die Schule allein nicht durchbrechen kann", betonte der Landesvorsitzende. In einem ersten Schritt müssten die Schulen Elternabende zum Thema organisieren, allerdings seien die betroffenen Mütter und Väter oft nur schwer zu erreichen.

 
Etwa 70 Prozent der Schüler haben nach Erfahrung der stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Susanne Beutel vor dem Unterricht nicht gefrühstückt. "Sie fragen bereits in der ersten Stunde, wann endlich Pause ist und greifen dann zu irgendeiner Süßigkeit", sagte sie. Allerdings lasse auch das Angebot der Schulkioske zu wünschen übrig, es bestehe oft nur aus Snacks. Zudem habe die Qualität der Schulspeisung nach der Streichung der Landeszuschüsse gelitten.

 
Reformbedarf gebe es vielerorts beim Sportunterricht. "Etliche Schüler erreichen die Normen nicht, bekommen schlechte Noten und sind demotiviert", sagte Beutel. Für eine gezielte Sportförderung für übergewichtige Kinder fehlten ausgebildete Lehrer. Vielen Eltern sei es egal, ob ihre Kinder dick sind oder nicht, Hauptsache die Noten in den anderen Fächern stimmten.

Die Parteien begrüßten den Vorstoß des Verbandes.

  
Das Parlament beschäftigte sich zurzeit mit einem gemeinsamen Antrag von SPD und CDU zur Verbesserung des Sportangebots an Schulen und Kindergärten, sagte der SPD-Abgeordnete Hans-Jürgen Döring. Gleichzeitig kritisierte er die Landesregierung für die Kürzung der Zuschüsse für die Schulspeisung. "Ein warmes, gesundes und auch gut schmeckendes Mittagessen, welches für alle Schüler bezahlbar ist, sollte an jeder Schule zur Selbstverständlichkeit gehören", forderte auch Michaela Reimann von der Linkspartei. (dpa)

 


18/04 2007:
Dicke Kinder mit geringerer Leistungsfähigkeit

 

Thüringer Lehrerverband startet Kampagne
 

Erfurt (OTZ/Johr). Auf die gravierenden Folgen von Übergewichtigkeit und Bewegungsarmut bei Kindern und Jugendlichen macht der Thüringer Lehrerverband (tlv) aufmerksam.

Bis zu 15 Prozent der Kinder sind bereits übergewichtig, wenn sie in die Schule kommen, sagte Landeschef Rolf Busch gestern. Betroffen ist vor allem der Nachwuchs von sozial benachteiligten Familien. Diese Schüler befinden sich im Teufelskreis von höherer Gesundheitsgefährdung und geringerer Leistungsfähigkeit, den die Schule allein nicht durchbrechen kann, erklärte Busch. Auf dem Lehrertag am 26. April in Suhl soll ein Maßnahmekatalog verabschiedet werden, in dem bewegungsfreundliche Schulhöfe und gesünderes Schulessen gefordert werden. Der Verband schlägt vor, Ernährung zum Thema von Elternabenden zu machen.
 

Die übergewichtigen Kinder erreichen die Normen im Sportunterricht nicht, berichtete Vize-Landesvorsitzende Susanne Beute über ihre Erfahrungen als Sportlehrerin. "Diese Kinder beherrschen keine Rolle vorwärts, können nicht das Gleichgewicht auf einem Bein halten."
 

Die SPD-Landtagsfraktion begrüßt die Kampagne des tlv gegen Übergewichtigkeit und fordert von der Landesregierung für besseren Sport in Schulen und Kindergärten zu sorgen.
 


17/04 2007:
Kampagne gegen Übergewicht bei Kindern

 

Der Thüringer Lehrerverband will mit einer Kampagne gegen Übergewicht bei Schülern vorgehen. So sollen unter anderem die Schulhöfe bewegungsfreundlicher gestaltet und das Schulessen verbessert werden, sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch. Zudem wolle man stärker den Kontakt zu sozial benachteiligten Elternhäusern suchen. Studien hätten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Eltern und dem Gesundheitszustand der Kinder nachgewiesen. Eine Statistik des Gesundheitsamts Erfurt vom vergangenen Jahr habe gezeigt, dass rund 6 Prozent aller eingeschulten Kinder übergewichtig seien.

17. April 2007

Quelle: MDR 1 RADIO THÜRINGEN

 


17/04 2007:
SPD-Fraktion begrüßt Kampagne des Lehrerverbandes gegen Übergewicht

 

Vorstoß schließt sich an Antrag von SPD und CDU an

 
Die Thüringer Landesregierung soll sich dafür einsetzen, dass es mehr und besseren Sport in Thüringer Schulen und Kindergärten gibt. Hans-Jürgen Döring, der bildungspolitische Sprecher verwies dazu auf einen entsprechenden gemeinsamen Antrag von SPD und CDU. Nach einer umfassenden Anhörung im zuständigen Bildungsausschuss und sich daraus ergebenden Änderungen gehe er davon aus, dass dieser den Landtag nun zügig passiere. Döring reagiert damit auf die heutige Ankündigung des Thüringer Lehrerverbandes, der mit einer speziellen Kampagne das fortschreitende Übergewicht bei Kindern bekämpfen will.

 
Döring begrüßt, dass der Lehrerverband das Problem thematisiert und verweist in diesem Zusammenhang auf die Schwerpunkte des Antrages von SPD und CDU zur Stärkung des Sports für Kinder. So solle die Landesregierung für eine qualitativ bessere und breitere Umsetzung entsprechender sportlicher Konzepte hinwirken und dem Sport im Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre und in der Ausbildung von Sozialpädagogen und staatlich anerkannten Erziehern einen größeren Stellenwert einräumen. Nötig sei auch eine bessere Zusammenarbeit von Kindergärten und Schulen mit Sportvereinen und anderen Partnern. Positiv bewertet Döring, dass der gemeinsame Antrag nun - nach der Anhörung - eine größere Verbindlichkeit des Sportförderunterrichts für übergewichtige und konditionsschwächere Kinder vorsehe.

 
Berechtigt sei die Kritik des Lehrerverbandes an der oft mangelhaften Qualität des Schulessens. *Dies ist eine direkte Folge der Streichung der Zuschüsse zur Schulspeisung?, sagte Döring, der daran erinnerte, dass die SPD-Fraktion die Kürzung durch die Landesregierung stets als unverantwortlich kritisiert habe.

 
Franzisca Friedrich

Pressereferentin

 

Erfurt, 17.04.2007

 


17/04 2007:
Lehrerverband startet Kampagne gegen Übergewicht bei Schülern

Erfurt (dpa/th) - Der Thüringer Lehrerverband will mit einer Kampagne Übergewicht bei Kindern bekämpfen. So sollten unter anderem Schulhöfe bewegungsfreundlicher gestaltet und die Qualität des Schulessens verbessert werden, sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch am Dienstag in Erfurt. Allerdings könnten die Schulen das Problem nicht alleine lösen, die Eltern müssten einbezogen werden. Die Strategie der Kampagne soll auf dem Thüringer Lehrertag am 26. April in Oberhof beraten werden. Laut Kindergesundheitsbericht sind 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland übergewichtig.

 

17.04.2007 dpa

 


13/04 2007:
In Thüringen sind viele Kinder zu dick

Von Hartmut Kaczmarek


Erfurt. (tlz) In Thüringen sind viele Kinder zu dick, die Gesundheitsprobleme bei den Schülerinnen und Schülern nehmen zu. Thüringens Lehrer sind besorgt und schlagen Alarm. Sie wollen die Chancen, die die Schule hat, diesem Besorgnis erregenden Trend entgegenzuwirken, besser nutzen. Dabei baut Rolf Busch, der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes, auf verschiedene Pfeiler eines Aktionsprogramms:

  • Die Lehrer sollten die Eltern verstärkt über gesunde Ernährung aufklären.

  •  Die Pädagogen sollten auch Einfluss auf das an den Schulen gereichte Mittagessen nehmen.

  •  In den Grundschulen sollten die Lehrer verstärkt darauf achten, was die Kinder zum Frühstück dabei haben.

  •  Das Thema gesunde Ernährung sollte eine größere Rolle im Unterricht spielen. Busch: "Das ist aber ausdrücklich kein Plädoyer für ein neues Unterrichtsfach."

Die Zahlen, die Busch vorlegt, sind erschreckend. Laut jüngstem Kindergesundheitsbericht sind 15 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen übergewichtig. Jedes fünfte Kind zwischen elf und 17 Jahren zeigt ein auffälliges Essverhalten. Beim Thüringer Lehrertag in Oberhof am 26. April steht deshalb das Thema gesunde Ernährung im Mittelpunkt. Dabei geht es auch um den engen Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten und sozialer Herkunft, zwischen Ernährungswissen und Ernährungsverhalten, unterstreicht Busch.

  
12.04.2007



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