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28/06 2007: Auszeichnung
BAD SALZUNGEN – So viel Ehre – das ist ihr schon fast peinlich. Denn das Erreichte sei das Ergebnis der Teamarbeit, „der ganzen Schule, die hinter mir steht.“
Die zierliche Schulleiterin hatte nicht einmal gewusst, dass sie für den Meister-Eckhart-Brief vorgeschlagen worden war. Das blieb ein Geheimnis, bis die offizielle Einladung des Kultusministeriums kam. Dagmar Donath vermutet den Thüringer Lehrerverband hinter dem Vorschlag. Dass ausgerechnet sie zu den 13 Preisträgern gehört, die eine Jury aus den 53 Vorschlägen herausfilterte, „hat mich schon erstaunt.“ Und auch ein bisschen stolz gemacht?
„Schon“, windet sich Dagmar Donath. Mit Eigenlob hat sie nicht viel am Hut. Sie will diese Ehre nicht allein auf ihre Person bezogen wissen, spricht immer von „wir“ und „unserer Schule“, wenn sie von ihrer Arbeit berichtet. Und kann gar nicht oft genug betonen, dass eigentlich alle 35 Kollegen „mit mir da vorne stehen müssten.“ Und dennoch ging der Meister-Eckhart-Brief in der Kategorie Schulleiter an sie. Begleitet wiurde sie von Kollegen und ihrem Mann.
Zwölf Jahre ist Dagmar Donath Schulleiterin der Paul-Geheeb-Schule. Hervorgegangen aus einer rehabilitationspädagogischen Fördereinrichtung, ist die Schule heute ein staatlich anerkanntes Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
„Das einzige im Wartburgkreis“, hebt die 45-Jährige hervor. 83 Schüler – „deren Namen ich alle kenne“ – werden hier individuell gefördert. Auch von Dagmar Donath. Neben ihrer Rolle als Schulleiterin schlüpft sie an vier Tagen in der Woche auch in die einer Lehrerin. Dienstags gibt sie den Lesekurs, mittwochs Mathe, donnerstags und freitags je zwei Stunden Gesamtunterricht.
Der Bezug zu allen Kindern, die persönliche Anteilnahme, der gute Kontakt zu den Eltern – „das ist es, was hier das Schulleiterdasein so schön macht.“ Sie ist immer Ansprechpartner für alle. Mal sucht ein Schüler sie auf, mal eine aufgeregte Lehrerin, weil eines der Kinder den Alarmknopf gedrückt hat. Dagmar Donath regelt alles mit einer Engelsgeduld. Mit den Kollegen kommt sie gut aus. „Das liegt vielleicht daran, dass ich aus ihrem Team komme.“
Als Grundschullehrerin hat sie an der Paul-Geheeb-Schule begonnen. Der Start war nicht einfach. „Ich musste erst einmal akzeptieren, dass nicht alle von mir angestrebten Lernziele zu erreichen sind.“ Sie musste sich umstellen, „denn unsere Schüler sind ganz anders.“ Das erfordere eine andere Herangehensweise. „Wir können viel von unseren Schülern lernen, zum Beispiel dankbar zu sein für jeden Entwicklungsfortschritt.“
Nach der Wende hat Dagmar Donath ihren Sonderschullehrer an der Erfurter Uni gemacht und 1995 die Schulleiterstelle übernommen. Unter ihrer Regie erfolgte der sukzessive Umzug der Schulklassen von der Sophienstraße in die Grotewohl-Straße. Eine aufreibende Zeit. 1998 war die Paul-Geheeb-Schule am jetzigen Standort komplett. Und hat sich kontinuierlich fortentwickelt und Preise abgeräumt. In diesem Jahr holte sie zum sechsten Mal den Umwelttitel.
aus: Südthüringer Zeitung Copyright 2005: www.tlv.de - tlv thüringer lehrerverband - Tschaikowskistr. 22 - 99096 Erfurt - Telefon + 49 361 - 6021323 - Telefax + 49 361 - 6021324 URL dieser Seite: http://www.tlv.de/481.html |