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16/01 2008: Mitgliederversammlung
Als das G-Haus für einen Abend zum „Lehrerzimmer“ wurde Unabhängiger Lehrerverband tagte / Neuer Vorstand gewählt / Bildungsregion Sonneberg auch nach außen wirken lassen
Sonneberg – Das Gesellschaftshaus wurde Dienstagabend zum Lehrerzimmer. Rund 100 Lehrer und Gäste trafen sich zur Mitgliederversammlung des Unabhängigen Lehrerverbands (ULV) Sonneberg. Der ULV ist ein Kreisverband im Thüringer Lehrerverband, der Interessenvertretung der Pädagogen.
Die 90 stimmberechtigten Verbandsmitglieder wählten mit überwältigender Mehrheit ihren neuen Vorstand. Der alte und neue Verbandsvorsitzende Gerd Maier limitierte die Redezeit für die Grußworte auf zwei Minuten, so sahen sich die Vertreter der Politik veranlasst in ihren Ausführungen gleich auf den Punkt zu kommen.
Landtagsabgeordnete Beate Meissner (CDU) sprach davon, dass Schule und Bildung für vieles herhalten müssen, sie sagte, „Lehrer sind nicht dazu da die Defizite aus dem Elternhaus auszugleichen“, sie bezeugt ihren Respekt vor der Arbeit der Lehrer und bot ihre Hilfe und Unterstützung an.
Michaela Reimann (Die Linke), ebenfalls Mitglied des Landtags sprach, „Eine gute Schule ist uns allen wichtig, wir sollten gemeinsam nicht die Augen vor den Problemen verschließen und an der Lösung arbeiten“. Sie sprach davon, dass wir in Thüringen keine optimale Bildungspolitik haben.
Abgeordneter David Eckardt (SPD) würdigte das Wirken des Verbandes und wies daraufhin, dass die Existenz solcher freier Berufs- und Interessenvertretungen keine Selbstverständlichkeit ist, er sagte, „Demokratie lebt vom Mitmachen“ und sprach vom Bildungspolitischem Engagement und dem Einsatz für die Pädagogen. Zum Entwurf des geplanten Lehrerbildungsgesetzes sagte er, „Dieser Entwurf sieht eine Hierarchierung vor, die längst nicht mehr zeitgemäß ist.“
Landrätin Christine Zitzmann sprach von der „Bildungsregion Landkreis Sonneberg“ die es gilt auch nach außen zu tragen, sie sagte, „Wir haben gute Beispiele“ und kündigte an, dass mit dem neu zu verabschiedenden Haushalt „noch einmal Zeichen gesetzt werden.“ Weiter sagte sie, „Das Paket muss zwar noch geschnürt und gefüllt werden,… wir erhöhen die Summe des Bauunterhalts, wer regelmäßig wartet, beugt großen Investitionen vor.“ Weiter sagte die Landrätin, „Sie sollen stolz sein auf ihren Beruf, sie haben Anspruch auf Respekt, auch wenn er ihnen nicht immer entgegengebracht wird. Ich sitze mit ihnen in einem Boot, wir rudern nach vorn, der Landkreis Sonneberg wird bis 2012 ein neues Bild im Schulalltag bekommen.“
Als Vertreter der Stadt sprach der erste Beigeordnete Heiko Voigt das Thema Jugendkriminalität an, welches derzeit die Schlagzeilen beherrscht und benannte Ursachen, er sagte, „Nicht ethische Herkunft, sondern der Bildungsgrad entscheiden über die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen.“
Landesverbandsvorsitzender Rolf Busch sprach in seinen zwei Minuten Redezeit über all das, was er in zwei Minuten nicht sagen konnte, aber was man gemeinsam noch zu diskutieren habe, er gab Anregungen und legte den Gesprächsstoff für die Sitzungspausen.
Gerd Maier ließ in seinem Rechenschaftsbericht die vergangenen vier Jahre Revue passieren, er würdigte die Aufbauarbeit von Verbandfreund Wolfgang Gerber von dem er am 20. November 2003 den Vorsitz übernahm, sein Dank richtete sich auch an die bisherigen Vorstandsmitglieder für die sehr gute und angenehme Zusammenarbeit.
Maier würdigte das System der Hausvertrauensleute, welche seit einigen Jahren das Verbindungsglied zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern in den Schulen bilden. Maier sprach davon dass man vergangenes Jahr als Ergänzung zur Mitgliederzeitschrift des Landesverbandes eine zusätzliche Mitglieder Info des Kreisverbandes herausgab.
Gerd Maier sprach auch von dem vielfältigen Veranstaltungsangebot welches für die Verbandsmitglieder organisiert wurde, als besonderer Höhepunkt wurde dabei die Veranstaltungsreihe „Schlossbergtage“ erwähnt. Maier sprach auch das Problem der nicht mehr möglichen steuerlichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmers an. Für die Lehrer, die viel Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen daheim am Schreibtisch erledigen ist dieser Zustand nicht nur eine finanzielle Einbuße, sondern auch Zeichen einer mangelnden Wertschätzung der Gesellschaft, über ihre Tätigkeit.
Zur Mitgliederentwicklung musste Maier über schrumpfende Zahlen berichten, bedingt auch dadurch dass immer mehr Lehrer aus dem Dienst ausschieden und nicht im gleichen Umfang neue eingestellt werden. Ein besonderer Dank des Vorsitzenden galt Peter Sauer, der all jene Verbandsfreunde, welche sich bereits im Ruhestand oder in der Altersteilzeit befinden, in engagierter Weise betreut und die Verbindung nicht abreißen lässt. Derzeit gehören noch 368 Mitglieder zur ULV Sonneberg.
Keine guten Schulnoten erhält die Landesregierung von den Verbandsmitgliedern, in der Diskussion werden Fehlentwicklungen aufgezeigt, so spricht Helmut Liebermann die Misere der bevorstehenden Gesetzesvorlagen an, „Es darf in Thüringen keine Insellösung geben, die unsere Leute benachteiligt“.
Susanne Beutel befürchtet, dass mit der geplanten Kommunalisierung der Horteinrichtungen, diese im Endeffekt ganz wegfallen könnten. „Hort und Grundschule gehören zusammen“, sagt sie. Frau Beutel bemängelt dass derzeit keine Grundschullehrer eingestellt werden, das Abdelegieren von Lehrern anderer Schulformen kann nach ihrer Ansicht nicht die Lösung sein, sie plädiert für entsprechend ausgebildete Lehrer der jeweiligen Schulform.
Angesprochen wurde unter den Verbandsmitgliedern auch das Problem der Trittbrettfahrer, dies seien jene, die zwar die Vergünstigungen und Errungenschaften einer solchen Interessenvertretung gern in Anspruch nehmen, selbst aber nicht organisiert sind, dieses Verhalten schwäche nur die Möglichkeiten eines solchen Verbandes. Helmut Liebermann erinnerte an die Wichtigkeit auch für die Zukunft wirken zu können, er sagte „Auch wenn die Position der Lehrer nicht immer rosig ist, ohne Verband, wäre unsere Position weitaus schlechter.“
Roland Wozniak Copyright 2005: www.tlv.de - tlv thüringer lehrerverband - Tschaikowskistr. 22 - 99096 Erfurt - Telefon + 49 361 - 6021323 - Telefax + 49 361 - 6021324 URL dieser Seite: http://www.tlv.de/513.html |