06/05 2008: Sacharbeit in Schulen wäre nicht möglich gewesen
Von Hartmut Kaczmarek
Erfurt. (tlz) Rolf Busch ist an diesem Montag erleichtert. "Ich zolle Herrn Krause für seine Entscheidung, auf das Amt zu verzichten, ausdrücklich Respekt", sagt der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes. "Ein Minister Krause hätte in diesem Amt permanent unter Beobachtung gestanden, eine Sacharbeit wäre kaum möglich gewesen", so Busch. Er hatte bereits am Wochenende eine grundlegende Distanzierung Krauses von seiner Arbeit bei der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" verlangt und hatte mit dieser Forderung auch überregional viel Beachtung gefunden.
Busch will jetzt aber lieber nach vorne als zurück blicken. Er hofft, dass der Regierungschef jemanden zum Kultusminister ernennt, der nicht durch bundesweite Schlagzeilen auffalle, sondern es den Schulen ermögliche, in Ruhe arbeiten zu können. Ein "Durchstarten" sei nötig, wenn der neue Minister oder die neue Ministerin in den noch verbleibenden 16 Monaten für die Schulen in Thüringen noch etwas erreichen wolle, unterstrich Busch. Den Schulen Vertrauen geben, das sei die Aufgabe des neuen Kultusministers.
Durchstarten - das ist eine Vokabel, die auch Regierungschef Dieter Althaus gefallen könnte. Denn er braucht jetzt nichts dringender, als neue Kraft für seine Regierung, die die Turbulenzen der letzten Tage vergessen lässt. Offiziell heißt es, er habe der Bitte von Krause stattgegeben, ihn nicht zum Minister zu ernennen. Krause selbst teilt in seiner Erklärung mit, er habe Althaus am Sonntagabend gebeten, ihn nicht zum Minister zu ernennen. Althaus kam die Bitte von Krause aber vermutlich sehr gelegen, da ihm spätestens seit dem Wochenende - seit dem Interview des Gedenkstättenleiters Volkhard Knigge mit der TLZ und dem verheerenden überregionalen Medien-Echo - klar war, dass Krause nicht zu halten war. Und so geht die Suche nach einem neuen Ressortinhaber in eine weitere Runde.
Krause war in den vergangenen Tagen wegen seiner früheren Redakteurstätigkeit für die rechtsgerichtete Zeitung "Junge Freiheit und der Veröffentlichung von Beiträgen in anderen rechtsorientierten Publikationen scharf angegriffen worden. Krause schob in seiner Erklärung die Schuld an seinem Scheitern seinen Kritikern zu. Verdrehungen und Entstellungen würden skandalisiert, heißt es da. Mittlerweile habe die Art der Auseinandersetzung ein Niveau erreicht, "das nicht das meine ist".
Die Erleichterung über den Rückzug Krauses ist groß. Eine Stimme, die für viele steht: "Gott sei Dank", so gestern die spontane Reaktion von Volkhard Knigge.
05.05.2008
 04/05 2008: Dieter Althaus muss um seine Mehrheit bangen
Von Miriam Hollstein und Freia Peters
4. Mai 2008, 08:02 Uhr
Es hagelt weiter Kritik am designierten thüringischen Kultusminister Dieter Althaus (CDU), der den Literaturwissenschaftler Peter Krause zum neuen Kultusminister machen will. Der Thüringer Lehrerverband spricht von "Armutszeugnis".
Die Kritik an den Plänen des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU), den umstrittenen Literaturwissenschaftler Peter Krause zum neuen Kultusminister zu machen, ebbt nicht ab. Der Thüringer Lehrerverband forderte den 44-Jährigen Krause auf, sich "grundlegend" von seiner früheren Arbeit für die rechtsgerichtete Zeitung "Junge Freiheit" zu distanzieren. Ansonsten sei er "für dieses Amt nicht geeignet", sagte der Verbandsvorsitzende Rolf Busch WELT ONLINE.
Der Verband verstehe nicht, dass Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) jemanden als Minister ausgewählt habe, "bei dem Zweifel an seiner politischen Gesinnung vorprogrammiert sind". Busch fügte hinzu: "Wenn es nicht möglich ist, jemanden in gleicher zu erwartender Qualität und ohne diese Zweifel als Minister zu ernennen, ist das ein Armutszeugnis." Krause wird als Kultusminister auch für die Schulpolitik des Bundeslandes zuständig sein. ...
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