15/01 2009:
tlv zum Start der Tarifrunde 2009: Beschäftigte lassen sich nicht einschüchtern

 

„Kurzfristig geschnürte Rettungspakete auf der einen Seite und angeblich fehlendes Geld für die Einkommenssteigerung um 8 % auf der anderen Seite, passen einfach nicht zusammen“, sagte der tlv Landesvorsitzende Rolf Busch zur Aussage von Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel, die aufgestellte Tarifforderung sei zu hoch.

 

Schon werden die Steuerschätzer eifrig zitiert, die ein Minus von 73 Millionen Euro für 2009 prognostizieren. Es möge also niemand auf den Gedanken kommen, es sei Geld in der Thüringer Staatskasse. Im Übrigen kann man sicher sein, dass entsprechende Finanzmittel für die Einkommensrunde 2009 bereits im Haushalt eingestellt wurden.

 

Des Weiteren kann und darf die Finanzkrise nicht als Grund vorgeschoben werden, den Beschäftigten im öffentlichen Dienst nach jahrelangem Verzicht, wohlgemerkt in konjunkturell rosigen Zeiten, nun die langersehnte und wohlverdiente Honorierung ihrer Leistung zu verwehren. Durch eine Tarifforderung, welche die Preissteigerungsrate deutlich übertrifft, wird entsprechende Kaufkraft generiert.

 

Ein Gegenrechnen von Arbeitsplatzsicherheit und Lohnzurückhaltung ist nicht hinnehmbar. Die Tarifforderung von acht Prozent ist nach den Nullrunden mehr als notwendig. Pädagogisches Engagement für Kinder und Jugendliche muss endlich einen Stellenwert bekommen, der sich deutlich in mehr Euro und Cent ausdrücken lässt.

 

„Zunächst einmal setzen wir auf faire Verhandlungen, das heißt, wir wollen den Arbeitskampf gar nicht beschwören“, sagte Bernd Fröhlich, Mitglied der Bundestarifkommission der dbb Tarifunion und stellvertretender tlv Landesvorsitzender. „Aber natürlich sind wir darauf vorbereitet, falls es in den drei angesetzten Verhandlungsrunden nicht zu einem tragfähigen Ergebnis kommt. Dann haben die Beschäftigten ja keine andere Möglichkeit, als ihre berechtigten Interessen wenn nötig auch mit Hilfe von Streiks durchzusetzen“.

 

Der Tarifabschluss für den Bund und die Kommunen im Frühjahr 2008 hat gezeigt, dass geschlossen auftretende Gewerkschaften einen Tarifkompromiss erreichen können. Der tlv setzt deshalb bei diesen Tarifverhandlungen auf die Zusammenarbeit der Lehrerinteressenvertretungen erstmals auch auf Länderebene.

 

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