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06/04 2011:
Ist die Schulordnung noch zu retten?

Offener Brief an den Thüringer Kultusminister Christoph Matschie

 

Sehr geehrter Herr Minister Matschie,

 

in der Hoffnung auf eine konstruktive Debatte wenden wir uns heute ganz offen an Sie.

 

Wir sind doch ganz bei Ihnen, wenn Sie per Gesetz und Schulordnung die individuelle Förderung der Schüler deutlich verbessern wollen. Sie können jedoch nicht an den Lehrern und Eltern vorbeibeschließen!

 

Das kann und wird nicht gelingen.

 

Mit der bisherigen Vorgehensweise laufen Sie große Gefahr, die wohlgemeinten Ansätze der neuen Schulordnung und die Erfolge der Thüringer Bildungspolitik zu beschädigen.

 

Warum berücksichtigen Sie nicht die engagierte Arbeit, die viele Lehrer bislang für ihre Schüler geleistet haben? Warum sagen Sie nicht, wie die einzelnen Punkte konkret in der Schule umgesetzt werden sollen? Warum sollen Lehrer und Eltern nicht mitgestalten?

 

Sie sagen, der jetzige Entwurf sei kein Dogma. Wir sagen, mit kleinen Korrekturen ist diese Schulordnung nicht zu retten. Die folgenden Punkte sind nach Ansicht des tlv thüringer lehrerverband notwendig, damit die neue Schulordnung angenommen und mehrheitlich mitgetragen wird.

 

Der tlv fordert:

 

1. Führen Sie die Diskussion ohne Zeitdruck mit Lehrern und Eltern – transparent, ergebnisoffen und auf Augenhöhe.

 

2. Beschränken Sie nicht erfolgreiche, eigenverantwortlich arbeitende Schulen durch starre Regelungen.

 

3. Geben Sie eine Unterrichtsgarantie zu den jetzigen Rahmenbedingungen (Klassengrößen, Stundentafel, Lehrerwochenstunden) für die laufende Legislaturperiode bis 2014.

 

4. Wir brauchen mehr Lehrer statt weniger. Stellen Sie die zugesagten 2500 neuen Lehrpersonen ein und nehmen Sie die Halbierung der Einstellungszahlen zurück.

 

5. Je 1 Sozial- und Sonderpädagoge pro Schule sowie ein branchenübergreifendes Experten-Netzwerk.

 

6. Planen Sie für große Veränderungen ausreichende Übergangszeiten ein.

 

7. Sichern Sie eine vergleichbare Behandlung aller Schulformen.

 

8. Beschränken Sie nicht das Recht der Eltern auf freie Schulartwahl.

 

9. Nur ein langfristiges Konzept für den Gemeinsamen Unterricht baut Vorbehalte ab und schafft Spielräume für praxisnahe Rahmenbedingungen.

 

10. Überdenken Sie bei diesen massiven Veränderungen die drastische Reduzierung der Schulämter.

 

Eine erfolgreiche Thüringer Schule liegt in einer gemeinschaftlichen Verantwortung von Eltern, Lehrern und Politik.

 

Wir rufen hiermit ausdrücklich zum demokratischen Miteinander auf. Nur so kann Thüringen Bildungsland Nr. 1 werden!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Rolf Busch

Landesvorsitzender tlv

 

Susanne Beutel

Stellvertr. Landesvorsitzende tlv

 

 

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Letzte Änderung: 08.04.2011 RSS    | Seite empfehlen | Druckansicht | pdf-Ansicht | Impressum