Update mit Minister Holter. Heutiges Telefonat 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie letzte Woche beschlossen, hat heute Vormittag wieder eine Telefonkonferenz zwischen unserem Landesvorsitzenden Rolf Busch, Kultusminister Holter und der Thüringer GEW-Vorsitzenden Kathrin Vitzthum stattgefunden. Auf die Fragen, die Sie uns für dieses Gespräch mitgegeben haben, gehen wir gleich ein. Zuvor jedoch noch eine allgemeine Bemerkung vorab.

Der Minister und sämtliche Mitarbeiter des TMBJS stehen momentan, ebenso wie wir alle, vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Wir, die Landesleitung des tlv, haben volles Vertrauen in das Krisenmanagement des Ministeriums. Alle bisherigen Maßnahmen empfinden wir als sinnvoll und angemessen. Außerdem wissen wir, dass Minister Holter und sein Team bereits verschiedene Szenarien für eine Wiedereröffnung der Schulen durchspielen. Aber wir erwarten nicht, dass das Ministerium alle diese Szenarien mit der Öffentlichkeit durchdiskutiert, sondern dass zu gegebener Zeit dasjenige umgesetzt wird, das den dann geltenden Bedingungen am besten entspricht. Auch wir vom tlv sind in die Diskussion möglicher zukünftiger Szenarien nicht einbezogen und erwarten das auch nicht. An Spekulationen dazu beteiligen wir uns grundsätzlich nicht, weil dabei aus unserer Sicht nichts Sinnvolles entstehen kann. Der Minister hat jedoch signalisiert – und dies in mittlerweile zwei Telefongesprächen ja auch bereits praktiziert – dass er uns, die Interessenvertretungen der Lehrerinnen und Lehrer, bestmöglich miteinbeziehen wird. Diese Form der Zusammenarbeit empfinden wir als zielbringend und konstruktiv.

Nun zu den konkreten Fragen aus dem heutigen Gespräch – die Antworten des Ministers sind wieder in KURSIV eingefügt:

Zum Thema Notbetreuung:

1. Unsere Mitglieder wünschen sich eine generelle Regelung vom Ministerium zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen, die zu einer der sogenannten Risikogruppen gehören. Es wird als Belastung empfunden, dass die Schulleitung hier entscheiden soll und im Fall der Fälle möglicherweise verantwortlich gemacht wird. In einem konkreten Fall zum Beispiel gibt es nur 2 Kollegen, die nicht zur Risikogruppe gehören. Wie kann man hier einen Rahmen schaffen, in dem sich alle sicher bewegen können?

Auch Minister Holter wünscht sich – auch mit Hinblick auf die Zukunft, denn die Pandemie wird uns sicherlich noch mehrere Monate beschäftigen – klare Festlegungen, wer alles zu einer Risikogruppe gehört und wie mit diesen Personen umzugehen ist. Allerdings müssen diese Festlegungen nach seiner Auffassung von den Gesundheitsbehörden getroffen werden. Er ist sich jedoch durchaus bewusst, dass fast jede/r fünfte Lehrer/in in Thüringen über 60 Jahre als ist und dass diese Situation eine besondere Herausforderung darstellt.

 

Zum Thema Lernen zu Hause


2. Nicht alle Schüler haben einen eigenen Computer und/oder eine eigene E-Mail-Adresse. Weil die gängigen digitalen Kanäle (WhatsApp ect.) ausscheiden, schicken manche Lehrer in solchen Situationen die Lernmaterialien mit der Post. Ist eine Erstattung der Portokosten für den Versand vorgesehen?

Entsprechende Überlegungen/Diskussionen sind bereits im Gange. Ebenfalls Klärungsbedarf besteht in der Frage, wie Schüler/innen und auch Lehrer/innen ohne digitale Endgeräte unterstützt werden können.

Der Minister geht – bei aller Vermeidung des „Durchdeklinierens“ verschiedener Szenarien – davon aus, dass das Lernen zu Hause noch für eine längere Zeit zumindest für bestimmte Gruppen die Realität sein wird. Man sucht daher fieberhaft nach Möglichkeiten für die Finanzierung und diskutiert diese auch in der Kultusministerkonferenz.

3. Viele Schüler brauchen derzeit Unterstützung bei den Prüfungsvorbereitungen und rufen ihre Lehrer deshalb an oder schreiben einzelne E-Mails. Das ist ein enormer Aufwand für die Lehrer. Wäre stattdessen die Schaltung einer Videokonferenz über eine sichere, vom TMBJS genehmigte Seite möglich? Wenn ja, welche Seite kommt dafür in Frage?

Auch dies hat Minister Holter bereits auf der Agenda. Hierzu der deutliche Hinweis, dass die Plattform „Zoom“, die sich derzeit einiger Beliebtheit erfreut, nicht zulässig ist.

Der Minister hat uns zugesagt, dass zeitnah auf den Webseiten des TMBJS eine Information bereitgestellt wird, welche Videoplattformen geeignet sind.

Nachtrag tlv: Wir behalten das im Auge und stellen die Frage ggf. nächste Woche erneut.

 

Zum weiteren Zeitplan:

In den Tagen nach Ostern werden die Kultusminister aller Länder mögliche Szenarien zur Wiedereröffnung des Schulbetriebes diskutieren. Etwa zeitgleich wird sich die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten abstimmen. Das heißt, in der Woche nach Ostern (und erst dann) werden verbindliche Informationen bereitstehen, wie es wann weitergehen kann.

Allerdings muss uns allen klar sein: Das wird dann kein „Leben nach Corona“ sein, sondern ein „Leben mit Corona“. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Schulbetrieb in absehbarer wieder so aussehen wird wie vor dem 16. März. Der Minister sprach heute gar von einem „Re-Design“ der Schule.

Gleichwohl ist man bemüht, Nachteile zu verhindern oder bereits entstandene Nachteile bestmöglich auszugleichen. Nach jetzigem Stand sollen alle Prüfungen stattfinden. Und die Lehramtsanwärter sollen trotz evtl. fehlender Lehrproben keine Nachteile erleiden. Auf Länderebene finden bereits Abstimmungen zur gegenseitigen Anerkennung statt.

 

So viel für heute – bei Fragen sind wir natürlich jederzeit gern für Sie da.

Herzliche Grüße, ein frohes Osterfest (trotz allem!) – und bleiben Sie gesund –

Ihr tlv