„Keiner versteht, warum vernünftige Regelungen aus anderen Bundesländern in Thüringen nicht umsetzbar sein sollen“, kommentiert Bernd Fröhlich, der Tarifexperte und stellvertretende Landesvorsitzende des tlv die starre Haltung des Ministeriums in der Frage der Anerkennung eines zweiten Faches. Wir im tlv freuen uns darüber, dass inzwischen auch andere Interessenvertretungen sich den vom tlv schon lange vorgeschlagenen Wegen anschließen. Diese Geschlossenheit sollte die Chancen für ein Umdenken im Ministerium erhöhen.

Der tlv hat nicht nur bereits am 03. August 2017 in seiner Schuljahresauftaktpressekonferenz als einzige Organisation die geplanten Ungerechtigkeiten für die Lehrer mit Altausbildung öffentlich gemacht. Diese sollten an Regelschulen von der angekündigten A12+ ausgeschlossen werden. Nach dem dies sehr schnell durch den öffentlichen Druck korrigiert worden war, wurde bekannt, dass nun die sogenannten Ein-Fach-Lehrer von der Regelung ausgeschlossen werden sollen. Der tlv hat darauf sofort reagiert und entsprechende Regelungen für die Betroffenen aus anderen Bundesländern dem Ministerium zur Kenntnis gegeben. Außerdem gab es einen intensiven Briefwechsel sowie Gespräche mit Staatssekretärin Ohler und anderen Vertretern des Ministeriums. Das letzte Gespräch dazu fand am 18. Januar 2018 statt.

Das im parlamentarischen Verfahren befindliche neue Thüringer Besoldungsgesetz wird nach derzeitigem Stand dazu führen, dass den sogenannten 1-Fach-Lehrern jede Möglichkeit einer Anerkennung weiterer Fächer verwehrt wird. Die jetzt vom Ministerium vorgeschlagene Lösung mit einem Zusatzstudium ist inakzeptabel und kommt nicht annähernd an Lösungswege andere Bundesländer heran.

Der tlv kritisiert neben dieser Ungerechtigkeit im neuen Besoldungsgesetz vehement den Wegfall fast aller Beförderungsmöglichkeiten im Bereich der Gymnasien und berufsbildenden Schulen sowie bei den Fachleitern.